Was mich die letzten Tage beschäftigt hat
- whatasandyworld
- Aug 15, 2025
- 3 min read
Updated: Nov 11, 2025
Was mich die letzten Tage beschäftigt hat?
Ich war wieder sehr überwältigt, überreizt. Hatte das Gefühl ich mache viel zu viel und gleichzeitig nicht genug. Ich war viel müde, körperlich und emotional ausgelaugt und weniger hoffnungsvoll als ich es sonst bin – in allem.
Fühlte mich alleine, isolierte mich, war frustriert und fühlte viel Leere. Umarmte mich sanft im Wissen, wie schwer es sein kann, Mensch zu sein. Wollte alles liegen lassen, weil mir alles zu viel wurde.
Ich habe viel Zeit gebraucht und mir diese genommen, um runterzufahren, habe screen time reduziert, bewusster auf meinen Körper gehört, mehr geschlafen und versucht mich über Wasser zu halten. Ich komme langsam wieder zu Kräften, bin aber immer noch müde.
Ich bin auch müde davon auf Instagram Highlights zu posten. Eigentlich mag ich es gerne, ich denke gerne an Momente zurück, die mir Freude bringen. In letzter Zeit fühlte sich alles aber so leer an. Ich habe gemerkt, dass es mir persönlich nicht mehr gut tut, nur Highlights zu zeigen. Es fühlt(e) sich irrelevant an. Irrelevant, weil vieles auch anders läuft als geplant und irrelevant, weil die Welt nach wie vor brennt.
Ich war müde von dem Algorithmus, davon bei einem großen Ganzen mitzuschwimmen, wo am Ende doch nur zählt wie toll wer/was aussieht oder was man so Tolles gemacht oder erreicht hat. Und das macht mich müde, weil ich zurzeit ein riesen Craving nach Ehrlichkeit, Authentizität und Tiefe habe. Raw honesty that makes it possible to connect authentically with myself, with others and this world.
War wieder in einem Gedankenstrudel, wo ich mir einredete, ich sollte nicht „zu viel joy“ fühlen. Hatte das Gefühl I need to keep suffering because if I don’t suffer I am not allowed in conversations about sufferings in this world anymore. If I don’t struggle I am not part of the movement anymore. Ich redete mir aufgrund dieser nicht logischen Schlussfolgerung ein, dass ich nicht dauerhaft glücklich sein darf. Denn wer bin ich denn, dass ich es verdient hätte Glück zu haben oder joy zu spüren, während es jede Sekunde Leid auf dieser Welt gibt? Eine Trickfrage. Jeder Mensch verdient es per Existenz Lebensfreude, Lebensenergie zu spüren, zu erhalten.
Es geht einerseits nicht um mich und gleichzeitig geht es genau um dich und um mich. Es geht darum, dass wir alle Anspruch auf joy haben und wir versuchen müssen uns nach und nach von dem Narrativ zu lösen, dass wir nur hier sind, um zu funktionieren oder zu überleben.
Dank der Sozialisierung sind wir es gewohnt Arbeit, Leistung, Anpassung zu zentrieren statt auf unsere eigenen Körper und Bedürfnisse zu hören. Wir sind es nicht gewohnt zu ruhen, wenn wir „nichts geleistet“ haben. Wir sind es nicht gewohnt runterzufahren, stattdessen sind wir es gewohnt zu funktionieren und entgegen unsere Körper und in Richtung Erschöpfung zu arbeiten.
Das beschäftigt mich immer wieder und holt mich in meinem eigenen Alltag immer wieder ein. Mir wird es immer bewusster und ich kann mittlerweile rechtzeitiger eine Bremse setzen und mir die Zeiten nehmen, um mich eben nicht zu überarbeiten. Manchmal merke ich es immer noch später als gut ist, aber ich mache Fortschritte. Alles step by step.
Warum teile ich diese Gedanken? Einerseits brauche ich das Schreiben für mich selbst, weil es sonst zu viel wird in meinem Kopf, in meinem Körper. Andererseits – rückblickend auf die letzten Tage – hätte es mir sehr gut getan in dieser Zeit solch einen Text zu sehen und zu wissen: ich bin nicht alleine mit diesen Gedanken. Deshalb schreibe und teile ich das für mein past self und other souls, die vielleicht ähnlich fühlen.



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