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Liebes Patriarchat

  • Writer: whatasandyworld
    whatasandyworld
  • Dec 5, 2025
  • 2 min read

Ein weißer alter Mann

Setzte sich neben mich in die Bahn.

Sagte: „du siehst so exotisch aus.“

Ich erstarrte und fand kein Weg heraus.

Er blieb sitzen und andere schauten zu,

Während er fragte „woher kommst du“

Ich stammele etwas von „Vietnam“,

Hoffte auf Hilfe von außen, doch niemand kam.

Zu sagen, ich bin von hier,

Hätt nicht gereicht, es gibt ja ein klares „ihr“ und „wir“.

 

Ich war vierzehn.

Und ich wünschte ich könnte davon erzähl‘n,

Wie sich alles geändert und gebessert hat,

Doch täglich grüßt das Patriarchat.

Geschmückt mit Sexismus und Rassismus noch dazu,

Verfolgt es mich und lässt mich nicht in Ruh.

Die Blicke und das Starren

Klebten an mir und der Gedanke kam,

Nächstes Mal lieber im Rollkragen,

Denn wie könnte ich es bloß wagen,

Haut zu zeigen, hab ich denn keine Scham?

 

Liebes Patriarchat, Scham habe ich zu genüge,

Denn so wurde ich sozialisiert, Scham zu fühlen.

Scham für meinen Körper, egal in welcher Form.

Scham für meine Seele, die nicht gemacht ist für deine Norm.

Scham für meine Bedürfnisse, denn was zählt es schon was ich will.

Scham für meine Meinung, denn was bringt es mich zu positionieren,

cause in a mans world kann das nicht gut funktionieren

 

Liebes Patriarchat, Scham habe ich zu genüge.

Scham hielt mich klein und ließ mich dir fügen.

Ich bin ehrlich, es ist nicht leicht alles zu dekonstruieren,

Es ist Arbeit und ich würd‘ manchmal gern einfach nur existieren.

Doch dieser Weg lohnt sich extrem,

Denn ich merke nun, ich war nie das Problem.


Das Problem ist die Verschränkung von Rassismus und Sexismus

Das Problem ist das Fehlen von Konsens und dass ich das überhaupt erklären muss.

Das Problem ist die audacity zu denken, du könntest über meinen Körper bestimmen.

Das Problem ist die Ungerechtigkeit im Gericht, die lässt Täter gewinnen.

Das Problem ist dieses fucking system,

wo du es dir so gemütlich machst, ganz bequem.

Wo es ganz normal ist, dass ein weißer alter Mann

eine vierzehnjährige belästigen und bedrängen kann.


Fuck deine Normalität,

Denn es ist grausame Realität,

für so viele marginalisierte Körper.

Körper, die sich frei bewegen wollen,

Frei von deinen Regeln, wie wir uns verhalten oder kleiden sollen.

 

Liebes Patriarchat, du kannst gern versuchen mich zu beschämen.

Good luck, denn ich halte mich nicht mehr an deine Regeln.

Werde mich stattdessen nun frei bewegen

Und ganz viel Raum einnehmen.

Stehe zu meinen Bedürfnissen ganz klar und selbstbewusst.

Mir kannst du nichts mehr sagen, küss lieber meinen Uterus.

 
 
 

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