Integration
- whatasandyworld
- Mar 29, 2025
- 3 min read
Teil 1 Zerrissen
Du forderst seit Tag 1 meine „Integration“
Lernte mich anzupassen, in Perfektion
Hier aufzuwachsen war für mich nicht leicht
Ständig aufgefallen und wurd' doch nie gesehen
Dein Rassismus sagte, wir sind alle gleich
Früher konnt‘ ich all das nicht verstehen
Wenn ich nur gehorsam leiste, funktioniere
Gibt es Akzeptanz und Teilhabe im Gegenzug
Wusste nicht, dass ich mich selbst verliere
Ich leistete und war trotzdem nicht genug.
Vergaß wer ich war, und versteckte mich
Ließ mir von dir sagen wie ich sein sollte
Dazugehören wollen doch alle, oder nicht?
Setzte also Masken auf und spielte Rollen.
Für die hochgepriesene „Integration“
Nicht auffallen, bloß nicht anders sein
Sonst droht mir Ausgrenzung und Isolation
War in der Menge und fühlte mich trotzdem allein
„die Andere“ „die Fleißige“ „die Exotische“
Hörte ich jeden Tag, es war normalisiert
In mir sahst du eine Projektionsfläche.
So wurde Rassismus schnell internalisiert
Trotz der Verletzungen sollt' ich drüber lachen
Und den Finger auf mich selbst zeigen
Statt Anderen Probleme zu machen
Macht ich mir People Pleasing zu Eigen
Aufzufallen und doch nie sichtbar zu sein
Zerriss mich, ließ mich entweder sprachlos
Oder leise durch die Nacht wein‘.
Fühlte mich lange Zeit einfach so machtlos.
Ich bin an dem Versuch zerbrochen
Alles Recht und richtig zu machen für dich
Alles Recht für dich und nicht für mich
Leere Worte hast du mir versprochen
Alles getan und geleistet bis zum Burnout -
Statt mal gefragt zu werden was ich will
Wurd ich meiner Würde beraubt
Und du erwartest ich bleibe dabei still.
Habe lange nicht das System gesehen
Das ungerechte Strukturen aufrecht erhält
Konnt die Welt und mich selbst nicht verstehen
Zu lang war meine Intuition auf Aus gestellt.
Der Schmerz war immer zu spür’n
Doch spielte ich mit, um zu überleben
Du sagst: „sei doch dankbar dafür“
„So ne tolle Chance wurd‘ dir hier gegeben“
„Die Chance“ mich zu überarbeiten für deinen Profit
Resultat für mich: Angst und Depression,
Kann's nicht fassen, dass du das nicht siehst.
Wo bleibt die Verantwortung und Reparation?
Teil 2 Widerstand
Halt dich gut fest, denn ich bin kampfbereit
Schweige nicht mehr über diese Ungerechtigkeit
Du hofftest, dass ich klein und unsichtbar bleibe
Doch ich lass mich nicht mehr in die Ecke treiben.
War nicht einfach und doch so befreiend
Auch wenn's schmerzt die Welt zu sehen wie sie ist
Ist mir das lieber als der Wahrheit auszuweichen
Stelle mich gegen vermeintliche Normen,
und werd' keiner Projektion mehr entsprechen
Sondern deinen kapitalistischen Mist entsorgen
Gebe dir meinen Widerstand als ein Versprechen.
Mich kannst du nicht mehr ins System pressen
Forderungen sind eben nicht nur für dich
Dass ich leise bleibe, kannst du vergessen
Denn Forderungen stelle von nun an ich
Teil 3 Heilung
Ich bin umgeben von Menschen und Räumen
Wo wir kollektiven Schmerz und Erfahrungen teilen
Und uns treiben lassen von Visionen und Träumen
Die den Schmerz und auch die Wunden heilen.
Ich umarme mich und nehm‘ einen tiefen Atemzug
Erlaub‘ es mir zu sein, und zwar ganz menschlich
Meine Rebellion ist zu wissen ich bin genug
Weil ich Mensch bin, ganz chaotisch, widersprüchlich
Auch ohne Leistung, wertvoll, so schön imperfekt
Nun zeig ich mich, zu lang hab‘ ich mich versteckt
Fokussier von nun an nur noch Mitgefühl und care
kein leichter Prozess, doch lohnt sich das wirklich sehr.
Sehe mein jüngeres Ich und nehm sie in den Arm
Sag, “sei nicht so hart zu dir, die Welt war hart genug mit dir”
Diese Geborgenheit, ganz ungewohnt und wohlig warm
Merke, wie schön es ist, geliebt zu werden, von mir.



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